„Best op Platt“: Rede von Thorsten Börnsen zur Preisverleihung

Leve Fru Präsidentin Grootheer,
Estemeerte Afordneten vun de Börgerschop,
Leve Sponsoren,
Leve Deelnehmers vun „Best op Platt“,
Estemeerte Daams un Herren,

ik warr hüüt in twee Spraken snacken – man Se sünd ja polyglott.

Als wir mit den Vorbereitungen des Wettbewerbs „Best op Platt“ begannen, waren die Reaktionen darauf verhalten optimistisch. Dass wir nunmehr, wie Frau Grotheer bereits sagte, uns über so viele Bewerbungen freuen können, liegt auch an einem neuen Konzept. Wir, die Mitarbeiter des Länderzentrums für Niederdeutsch, haben uns ein paar grundsätzliche Gedanken gemacht über die Machart eines plattdeutschen Wettbewerbs in einer Großstadt. Statt nur auf die Plattsnacker selbst zu setzen, haben wir auch den Sympathisantenkreis in den Blick genommen. Gezielt haben wir Menschen angesprochen, die vielleicht selbst kein Plattdeutsch sprechen, die Sprache aber mögen und unsere Bemühungen um ihren Erhalt unterstützen. So haben sich ganz neue Gruppen für uns erschlossen. Viele von ihnen verstehen Plattdeutsch, sprechen es aber selbst nicht. Wenn wir die Regionalsprache in Bremen und Bremerhaven sichtbar machen wollen, dann brauchen wir diese Mitstreiter:innen. Wir als Länderzentrum haben hierzu unsere Unterstützung angeboten. Wi hebbt anbaden un maken de Texten platt. Un dorbi meent wi nich platthauen, sünner vörsichtig översetten.

In der Zwischenzeit sind wir und andere auf Unternehmer:innen, Geschäftsleute, Institutionen, Vereine und Verbände zugegangen. Wir haben mit Krings und Theatergruppen Kontakt aufgenommen. Wir – das sind viele Unterstützer:innen des Wettbewerbs. Und es gab Werbung auf Infoscreens und Informationen in den Medien.

Man dat de Wettstriet so veel Erfolg hett, dat kunn ik sülvst kuum glöven. Ik weer al richtig bang, wenn ik bi Ulrich Lütjens vun de Börgerschop anropen heff un fragen, wat överhaupt al Bewarven ingahn sünd. Wat mit eens för Wumms dorachter seten hett, mit woveel Begeisterung un mit wat för en Drift de Lüüd mitmaakt hebbt, dat hett uns ok all wunnert. Man dat dat an’t Enn 38 Kandidatens weren, de sik beworven hebbt, dat hett mi reinweg ut de Puschen haut.

Und auch wie breit das Bewerberfeld aufgestellt ist, ist beeindruckend: Theatergruppen und Kirchengemeinden sind vertreten, Restaurants, Hotels und Marktbeschicker machen mit – und große Verbände beteiligen sich.

Un för vele weer nich dat Wichtigste un winnen hier en Pries. Nee, se hebbt mitmaakt, wieldat se Lust harrn an de Saak. Un vör allen wieldat se den Drift harrn un maken Plattdüütsch sichtbor!

Ik müch mi bi all vun Harten bedanken, de sik hier bedeligt hebbt!

Ganz egal, wat ju en Pries kregen hebbt oder nich: Ju hebbt all wunnen mit juus Kreativität, Ideen un Spaaß an de Saak un an de Spraak!

Ganz besünners wunnen hett aver de plattdüütsche Spraak!

Un bidde ünnerstütt uns wieder! So kriegt wi den richtigen Dreih an de Saak. Denn vele vun düsse Aktschonen funktschoneert ok denn, wenn mal keen Best op Platt-Wettstriet is.

Hier also noch einmal ein Aufruf: Schnackt Plattdeutsch – da, wo es passt, und vor allem dort, wo es nicht hinpasst. Wenn ihr es nicht tut, macht es niemand. Und wenn ihr euch unsicher seid, sagt einfach: „Bei uns zu Haus wird es so gesprochen“.

To’n Sluss müch ik mi noch bedanken bi mien Mitarbeiders vun’t LzN. De hebbt grootordig mithulpen. Un sünnerlich bi Doro Krumpipe un Ulrich Lütjens vun de Breemsche Brögerschop, ahn de dat gor nich gahn weer.

Foto: Sven Tödter